Der frühe Kindsverlust stellt ein spezifisches Verlustereignis dar, das häufig nicht ausreichend sozial anerkannt wird und langfristig psychische Folgen haben kann. Die meisten betroffenen Frauen streben eine erneute Schwangerschaft an. Die Phase des erneuten Kinderwunsches oder einer Folgeschwangerschaft ist dabei häufig durch eine Reaktivierung von Verlustängsten, einem erhöhten Kontrollbedürfnis und traumabezogenen Symptomen gekennzeichnet. Es treten deutlich häufiger depressive Symptome und Ängste auf als bei Schwangeren ohne Verlusterfahrung. Im Rahmen der spezialisierten Gruppentherapie erhalten diese Frauen psychotherapeutischen Input, Validierung und Raum zum Austausch mit anderen Betroffenen.
Psychotherapeut*innen, Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Gynäkolog*innen, Hebammen, Hausärzt*innen, Beratungsstellen, Trauerbegleiter*innen, Krankenhäuser, Kinderwunschzentren
Das Gruppenangebot richtet sich an Frauen nach frühem Kindsverlust (frühe und späte Fehlgeburt, Totgeburt, perinatale Verluste), die psychisch unter den Folgen leiden und sich aktuell in der Phase des erneuten Kinderwunsches oder einer Folgeschwangerschaft befinden und psychotherapeutische Unterstützung suchen
Typische Belastungen sind:
Anhaltende Trauerreaktionen
Angst und innere Anspannung
Übermäßige Schuldgefühle
Intrusive Erinnerungen und Grübelprozesse
Depressive Symptome
Erhöhte Wachsamkeit und Kontrollbedürfnis
Ambivalenz gegenüber einer neuen Schwangerschaft
Reduziertes Vertrauen in den eigenen Körper
Die Gruppe ist indiziert bei Vorliegen einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung im Zusammenhang mit dem Verlustereignis und dessen Folgen
Anpassungsstörungen (F43.2)
Leichte oder mittelgradige depressive Episode (F32.1/F32.2 oder F33.1/F33.2)
Angststörung (z.B. F41.-)
Posttraumatische Belastungssymptomatik/PTBS (F43.1)
Anhaltende Trauerreaktion (ICD-11)
Akute Krisen mit hohem Selbst- oder Fremdgefährdungsrisiko
Schwere Traumafolgestörung ohne ausreichende Stabilisierung
Aktuelle substanzgebunde Abhängigkeit
Erhebliche Gruppenunfähigkeit (z.B. aufgrund ausgeprägter Persönlichkeitsstörung)
Floride psychotische Symptomatik
Schwere depressive Symptomatik
Die Gruppe ist nicht geeignet für Frauen mit wenig Leidensdruck und guten Coping-Fähigkeiten
Strukturierte verhaltenstherapeutische Psychotherapiegruppe mit 7 wöchentlichen Sitzungen im Online-Format
Je nach Nachfrage und Verfügbarkeit werden Gruppen für frühere (bis um die 14. Schwangerschaftswoche) oder spätere Verluste (ab ca. 14. Schwangerschaftswoche bis erste Lebenszeit) angeboten
Leitung durch approbierte psychologische Psychotherapeutin mit Gruppenqualifikation
Psychoedukation, Ressourcenaktivierung, konkrete Übungen, Raum für Austausch der Teilnehmerinnen untereinander
DSGVO-konformes Online-Tool
Abrechnung über GOP/GOÄ
Die Patientinnen melden sich auf Empfehlung selbstständig in meiner Praxis. Eine direkte Anmeldung oder Überweisung durch Zuweisende ist nicht erforderlich.
Nach der Kontaktaufnahmeerfolgt zunächst eine psychotherapeutische Abklärung im Einzelsetting, in der Indikation, Passung für das Gruppensetting sowie die erforderliche psychische Stabilität geprüft werden. Bei Eignung werden die Patientinnen auf die Warteliste für die nächste passende Online-Gruppe aufgenommen.
Bei Rückfragen zur Indikation oder zum Ablauf stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.